Viel Hype - und leider auch etwas Wasser im Wein: Die Facebook Fan Page

Facebook fanpage

Lassen Sie uns einfach mal mit den negativen Aspekten beginnen: Was spricht eigentlich GEGEN eine Facebook Fan Page?

1. Facebook ist ein privates Netzwerk!

Hier tauschen sich Menschen über ihr Privatleben aus. Werbung wird zwar akzeptiert, aber an sich möchten sich die meisten Menschen nicht intensiv damit auseinandersetzen. In Deutschland sind gerade einmal 15% der Facebook-Nutzer „Fans“ einer Marke (in Großbritannien übrigens 32%, es besteht also schon noch Potenzial). 

2. Es ist teuer, einen Fan für seine Facebook Page zu gewinnen:

Unternehmen rechnen mit mehreren Euro Generierungs-Kosten je Fan. Zum Vergleich: Die Generierung von E-Mail-Adressen kostet meist zwischen 40 Cent und 1 Euro.


3. Mangelnde Sichtbarkeit:

Die Vorstellung, dass die Fans automatisch mit einem Update einer Site auf Facebook darüber auch in ihrem Stream informiert werden, stimmt überhaupt nicht mehr: Nachdem wir alle immer mehr „Freunde“ haben, filtert Facebook mittlerweile recht stark: In der Standard-Einstellung „Hauptmeldungen“ erfährt man vor allem von den Freunden, mit denen man interagiert (also chatted, diese „liked“ oder kommentiert, mit diesen mailt, etc.).

 

Das bedeutet konkret: Wenn Sie möchten, dass Ihre Status-Updates auch bei ihren Fans ankommen, reicht es nicht, dass diese einmal den „like“-Button drücken, sie müssen auch laufend mit diesen kommunizieren. Und das ist verdammt schwer. Facebook Fan Pages sind damit kein Push-Medium mehr, diese Zeiten sind vorbei. 

 

4. Facebook Fan Pages sind eine Community.

Das kann toll sein: sie leben davon dass permanent diskutiert wird, Aktionen stattfinden, neuer Content vorhanden ist. Aber es muss eben auch diskutiert werden. Sonst geht der Schuss nach hinten los und die Facebook-Präsenz ist der lebende Beweis dafür, dass das dahinterstehende Unternehmen und seine Produkte offensichtlich nicht interessant genug sind, darüber öffentlich (positiv) zu sprechen. Nur die wenigsten Unternehmen und Produkte sind emotional genug aufgeladen, um eine Diskussion in Gang zu halten und einen „Buzz“ zu erzeugen. Hallo Herr Jobs, falls Sie das hier lesen: Keine Sorge – IHR Unternehmen hat das Problem nicht. Aber fast alle anderen eben schon.

5. Facebook für Unternehmen bedeuten Arbeit.

Und zwar nicht zu knapp. Der Aufwand, den Content bereitzustellen und laufend zu pflegen ist hoch. Und: Sie müssen laufend, praktisch in Echtzeit, auf Kommentare reagieren. Vor kurzem sprachen wir mit einem Ausrüster für Bergsteiger (da funktionieren die Facebook Fan Pages sehr gut, es sind einfach emotionale Produkte mit einer starken diskussionsfreudigen Käuferschaft). „Morgens um 6 antworten wir den Asiaten, abends um 10 den Amerikanern“, meinte der Verantwortliche. Die Pflege einer Facebook Page ist bei diesem Unternehmen praktisch eine Vollzeitstelle.

 

Falls wir Sie frustriert haben: Natürlich gibt es Unternehmen und Einsatzbereiche, in denen sich Facebook Fan Pages lohnen. Wenn Sie eine tolle Marke haben, die auch diskutiert wird – super. Und wenn Sie einfach nur Facebook nutzen „müssen“, weil Dabeisein alles bedeutet (Jedes Unternehmen im Bereich Online-Marketing hat eine solche Site, ob wirklich „nötig“ oder nicht): auch okay. Beachten sie folgende Hinweise, und Sie werden mit Ihrer Facebook Fan Page reich, berühmt und glücklich:

 

1. Prüfen Sie selbstkritisch, ob ihre Produkte und Neuigkeiten das Potenzial haben, von Nutzern diskutiert zu werden. Planen Sie Aktionen, die die bewusste Auseinandersetzung mit der Fan Page anregen, damit eine Interaktion erzeugt wird und Sie im Facebook-Hauptstream landen. 

2. Vermeiden Sie plumpe Werbung. Das funktioniert nicht. 

3. Nutzen Sie alle Möglichkeiten, ihre Kunden und Interessenten zu Fans zu machen. Dazu zählen Facebook-Ads, aber auch Banner auf Ihrer Hauptseite, konkrete Handlungsaufforderungen im Newsletter, Offline-Maßnahmen etc. 

4. Nutzen Sie Tools wie Facebook-Apps, um „coole“ Kampagnen zu lancieren. 

5. Installieren Sie unbedingt ein Social Media Monitoring, und prüfen Sie laufend Ihre Präsenz auf Kommentare. Stellen Sie Prozesse sicher, um sehr rasch (im Optimalfall < 1h, ganz sicher aber < 1Tag) auf einen Kommentar zu reagieren. 

6. Beachten Sie die Ressourcen, die Sie in die verschiedenen Bereiche stecken. Spiro Pappadopoulos führte den Begriff der „EFT-Ratio“ in die Diskussion ein: Das Verhältnis von E-Mail-Adressen zu Facebook-Fans zu Twitter-Followern. Bei uns ist es beispielsweise 100:8:5. Die Ressourcenverteilung sollte in etwa der EFT-Ratio entsprechen – wobei zum Start mit Sicherheit mehr in die „neuen“ Kanäle investiert werden muss.

 

 

 

 

 

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