Eine Agentur im Zwiegespräch: Heute "Pinterest"

Social Media Marketing - Pinterest

Mit Pinterest ist in den USA ein neues soziales Netzwerk überaus erfolgreich am Start. Pinterest ermöglicht es Nutzern privat oder öffentlich sichtbar Bilder, die ihnen gefallen, mit Kommentaren versehen an virtuelle Pinnwände zu heften und so mit anderen zu teilen. Die Idee dahinter: der Austausch mit anderen Nutzern über Hobbys, Interessen und Einkaufstipps. Katrin Förster (KF), Unitleiterin Social Media Marketing, und Kundenberaterin Sabrina Würfel (SW) erörtern heute das Für und Wider des neuen Webangebots.

 

Sabrina Würfel (SW):
11 Millionen Unique Visitors im Januar, Platz 64 der meistbesuchten Webseiten weltweit und auf Platz 16 der meistbesuchten Webseiten der USA – Pinterest hat einen echten Blitzstart hingelegt. An diesem neuen sozialen Netzwerk kommt wohl kein Unternehmen so schnell vorbei


 

Katrin Förster (KF):
Das mag für die USA gelten. In Deutschland ist Pinterest weitestgehend unbekannt. Nur 69.000 deutsche Seitenbesucher im Januar machen ein Engagement für Unternehmen mit dem Heimatmarkt Deutschland eher uninteressant. Zudem erfolgen die meisten Suchanfragen auf Englisch.

 

SW:
Dennoch, Pinterest bietet überaus interessante Möglichkeiten, Bilder einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und so Aufmerksamkeit zu erzielen.

 

KF:
Vorausgesetzt, man hat endlich einen Zugang erhalten! Derzeit wird der Zugang für Nutzer nur über Warteliste beziehungsweise über Einladung gesteuert. In Deutschland nutzen bis dato vor allem Social-Media-Professionals die Plattform, um ihre Möglichkeiten auszuloten.

 

SW:
Pinterest wird weiter wachsen. Immerhin generierte die neue Community schon im Februar 2012 mehr Link-Traffic als Twitter.

 

KF:
Dennoch ist Pinterest zum jetzigen Zeitpunkt nur für manche Branchen interessant. Ungefähr zwei Drittel der Nutzer sind Frauen, deren beliebteste Themen Standard-Boards sind, wie: My Style, Favorite Places and Spaces, Products I love, For the home, Books worth reading etc. Bekleidung, Mode, Inneneinrichtung, Urlaub und Bücher sind daher Themen, die in Pinterest gut angesiedelt sind.

 

SW:
Für Pinterest spricht aber auch ein enormer Grad an Viralität: Hier lenken Meinungsführer effektiv die Nutzer. Der Beweis: 80% der Pins sind Re-Pins.

 

KF:
Da haben wir es, Pinterest ist also nur ein visuelles Selbstporträt und basiert auf Push-Kommunikation: Interaktion und Dialog Fehlanzeige!

 

SW:
Im Bereich SEO zeigt Pinterest aber effektiv Wirkung. Immerhin erzeugt jeder gepinnte Content automatisch einen Backlink zur Quelle.

 

KF:
Das ist richtig. Aber der Effekt ist limitiert, denn die externen Links der einzelnen Pins sind auf NoFollow gesetzt. Für Suchmaschinen heißt dies also ganz konkret „Ignorier mich!“ Lediglich externe Links von den Profilseiten und den Pinboard-Seiten sind immer noch suchmaschinenrelevant.

 

SW:
Für den E-Commerce ist Pinterest dennoch ein toller und vor allem unaufdringlicher Treiber.

 

KF:
Warten wir es ab. Social Commerce war vor nicht all zu langer Zeit ebenfalls ein Hype-Thema und ist mittlerweile eher ein Flop, da die Nutzer es kaum annehmen. In der Folge werden immer mehr Facebook Shops wieder geschlossen.

 

SW:
Deshalb plädiere ich in Kundengesprächen seit einiger Zeit ganz verstärkt für richtig lange Betreffzeilen. Neueste Studien zeigen nämlich, dass die Öffnungsrate bei langen Betreffzeilen sinkt, aber die Klickrate steigt. Eine lange Betreffzeile, verbunden mit einem aufmerksamkeitsstarken Pre-Header, ist eine gute Möglichkeit, so neugierig zu machen, dass die Empfänger automatisch klicken.

 

Außerdem sollten Nutzer von Pinterest peinlich genau darauf achten, welche Bilder sie veröffentlichen. Denn wer nicht viele Inhalte (Bilder, Infografiken, etc.) selbst produziert, hat kaum einen Nutzen von einem Pinnboard. Das Pinnen von Bildern und Inhalten, deren Urheber man nicht ist, verstößt nämlich klar gegen das deutsche Urheberrecht.

 

Für Unternehmen der Mode-, Haushaltswaren-, Einrichtungs- oder Tourismusbranche, die über viel eigenes Bildmaterial zu ihren Produkten oder Dienstleistungen verfügen und eine internationale Zielgruppe ansprechen wollen, ist Pinterest also eine schöne Sache. Dabei sollte allerdings bedacht werden, dass noch nicht abzusehen ist, wie lange der Hype um Pinterest anhält und wie sich das Netzwerk in Deutschland weiterentwickelt.

 

Also: Haben Sie ein Auge darauf, sammeln Sie Ideen und pinnen Sie mit, wenn es sich wirklich lohnt und die Nutzerzahlen wirklich relevant werden.

 

 

 

 

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