Foursquare – Dos and Don‘ts: Location Based Services richtig nutzen

LBS-Dienste

Eine Studie von Goldmedia von September 2013 zeigt: Location Based Services oder LBS werden bei Smartphone-Nutzern immer beliebter. Bereits 56 Prozent nutzen sie mehrfach pro Monat. Ende 2012 gab es in Deutschland 181 Anbieter von LBS-Diensten. Zu den bekanntesten gehören Foursquare, Qype (seit 2013 Yelp), Facebook Places und Google Latitude. Höchste Zeit, sich genauer mit den LBS-Diensten zu befassen und zu klären, wann ihr Einsatz aus Marketingsicht sinnvoll ist.

 

Location Based Services bieten Nutzern die Möglichkeit, Informationen oder spezielle Angebote in ihrer unmittelbaren Umgebung zu nutzen. Dazu wird der Standort des Nutzers über das von ihm mitgeführte Smartphone mittels GPS ermittelt. Auf Basis dieser Standortdaten erhält der Nutzer anschließend Informationen zu Angeboten in seinem direkten Umfeld. Zudem können etwa Freunde sehen, wo sich ihre Bekannten momentan aufhalten.

 

Der Nutzen von LBS-Diensten für Unternehmen liegt damit auf der Hand: Sie können potenzielle Kunden in Ihrer Nähe direkt und nahezu kostenlos mit gezielten Angeboten ködern und zudem Stammkunden mit speziellen Offerten binden.

 

 


Für welche Unternehmen sind LBS-Dienste geeignet?

 

Bereits ihr Name verrät: LBS-Dienste eignen sich für alle Unternehmen, die einen physischen Point of Sale anbieten – also an mindestens einem Standort offline verkaufen. Reine Onlinehändler dagegen profitieren nicht von LBS-Diensten.


Welche LBS-Dienste sind für Unternehmen geeignet?

 

Insgesamt basiert die heutige Nutzung von LBS auf drei verschiedenen Motivationen: Service, Entertainment und Information. Der günstige Einkauf oder das Sparen vor Ort spielt bislang nur eine untergeordnete Rolle. Sie sind für Unternehmen aus Marketingsicht aber der interessanteste Aspekt. Foursquare ist einer der wenigen LBS, der Informationen und Empfehlungen mit Sales-Zielen verbindet – daher befassen wir uns im Folgenden gezielt mit diesem Location Based Service.

 

So funktioniert Foursquare™

 

Der „Check-In“ ist die wichtigste Funktion von Foursquare™. Mit jedem Einchecken an einer Location, erhöht sich der Status des Nutzers und damit die Attraktivität der Vergünstigungen und Angebote. Abhängig von der Zahl der Nutzer-Check-Ins können Unternehmen nach eigenem Ermessen „Badge“ genannte Abzeichen verleihen. Diese Abzeichen können wiederum mit besonderen Privilegien für den Ausgezeichneten versehen werden. Der von Foursquare™ vergebene Standard-Badge ist der „Mayor“. Er wird automatisch an den Nutzer mit den meisten Check-Ins vergeben. Ein „Mayor“ wird von Unternehmen, die Foursquare™ nutzen, in der Regel besonders belohnt.

 

 


Starten Sie auf Foursquare™ durch: Die Dos and Don’ts

 

Treten Sie auch als Unternehmen auf Foursquare™ immer als Person auf und fügen Sie nur Nutzer zu Ihrem Freundeskreis hinzu, die Sie wirklich kennen. Achten Sie außerdem darauf, Ihren Nutzer-Account wie ein „normaler“ Mensch zu verwenden. Konkret bedeutet dies, nicht ausschließlich nur in Ihrem eigenen Unternehmen einzuchecken. Bitten Sie auch Ihre Mitarbeiter, mit ihren eigenen privaten Nutzern nicht ständig in Ihrem Unternehmen einzuchecken. Ihre Kunden haben sonst z. B. keine Chance mehr, „Mayor“ zu werden.

 

Bevor Sie Ihr Unternehmen als Standort auf Foursquare anlegen, prüfen Sie erst einmal, ob es nicht vielleicht schon existiert. Sollte es Ihren Standort tatsächlich bereits geben, können Sie diesen als „Besitzer“ beanspruchen. Danach können Sie auch Marketing-Aktionen für den Standort anlegen.

 

Legen Sie eine Marken-Seite an und füllen Sie sie anschließend mit Leben – fügen Sie dazu zum Beispiel Tipps und Bilder hinzu. Achten Sie darauf, nicht zu viel und zu häufig neue Inhalte einzubinden. Es sollte nicht zu kommerziell klingen. Viel wichtiger sind Aktionen, Angebote und Badges, die Sie anlegen können. Einige Beispiele finden Sie im nächsten Abschnitt. Die Marken-Seite bietet Ihnen zudem Zugriff auf die Statistiken von Foursquare™.

 

Verzichten Sie auf die automatische Verknüpfung von Foursquare™ mit Ihrem Facebook- oder Twitter-Account. Eine Information, dass Sie auch auf Foursquare™ vertreten sind, ist in Ordnung – ständig doppelte oder dreifache Inhalte auf verschiedenen Netzwerken nerven eher.

 


Ein ganz besonders wichtiger Punkt ist, dass Sie Ihre Mitarbeiter über Ihre Marketing-Aktionen (z. B. einen Rabatt) auf Foursquare™ informieren. Denn zuallererst müssen die Personen darüber Bescheid wissen, die Ihren Kunden am Point of Sale gegenüberstehen. Hat ein Nutzer Schwierigkeiten damit, seinen Coupon oder Rabatt-Code vor Ort tatsächlich einzulösen, wird er sehr wahrscheinlich nicht wiederkommen.

 

Übrigens: Schauen Sie sich auch immer wieder an, was auf Foursquare™ über Ihr Unternehmen geschrieben wird und wie sich die Statistiken entwickeln. Interessant ist insbesondere, wer Ihr Unternehmen besucht – Sie werden viel über Ihre Zielgruppe erfahren. Wer bei Ihnen eincheckt (und Ihr Unternehmen damit automatisch all seinen Freunden empfiehlt), verdient Ihre Aufmerksamkeit – vor allem, wenn es sich um wiederkehrende Besucher (und damit offensichtlich Stammkunden) handelt.

 

 

Beispiele für die Nutzung von LBS-Diensten durch Unternehmen

 

Foursquare bietet Ihnen zahlreiche Möglichkeiten, Kunden zu gewinnen und Stammkunden aus ihnen zu machen, wie:

Incentivieren Sie den Check-In bei Ihnen mit einem Extra oder Rabatt, insbesondere an umsatzschwachen Tagen

 

Spezielle Rabatte für je z. B. 15 Check-Ins binden Kunden an Ihr Unternehmen

Motivieren Sie Kunden zu erneuten Besuchen, indem Sie bei jedem Besuch kleine Vergünstigungen gewähren

Locken Sie neue Kunden mit besonderen Angeboten für alle, die das erste Mal bei Ihnen einchecken

Setzen Sie auf Word-of-mouth-Werbung, indem Sie Personen belohnen, die eine bestimmte Anzahl von Freunden wirbt

Alternativ zum Incentive für Kunden können Sie auch eine bestimmte Summe pro Check-In spenden


Bestimmt finden Sie noch viele weitere kreative Ideen, wie Sie auf Foursquare aktiv werden können. Ein paar Beispiele, wie Unternehmen Foursquare nutzen, finden Sie hier:

 

Im Nokia Theater in New York bekommt der Mayor ein Gratis-Getränk und muss nicht mehr vor einer Vorstellungen Schlange stehen. Im Londoner "Galvin at Windows" erhält jeder Mayor zum Geburtstag eine Flasche Champagner und einen Tisch mit besonders gutem Ausblick. In Deutschland erhält der Mayor in Filialen von Vapiano bei jedem Besuch einen Kaffee. Das St. Oberholz Szenecafé belohnt Stammkunden gar mit einer Kaffee-Flatrate oder einem Freibier.

 

 

Kritik an LBS-Diensten

 

Location Based Services sind das perfekte Marketing-Instrument: günstig und mit direkter Zielgruppenansprache. Dennoch sind sie in Deutschland noch nicht sehr weit verbreitet. Dies liegt an komplizierten Prozessen, unübersichtlichen Mehrfacheinträgen und insbesondere am hohen Datenschutzbedürfnis der Deutschen. Über LBS-Dienste kann jeder sehen, wo der andere sich zu jedem Zeitpunkt befindet. Wer Geodaten nutzt, muss sich vorher das Einverständnis der Nutzer einholen. Über bestehende Apps und Services wie etwa Foursquare liegt dieser Part grundsätzlich erst einmal beim Dienste-Anbieter. Als amerikanisches Unternehmen muss Foursquare sich allerdings nicht an den strengen deutschen Datenschutzrichtlinien orientieren. Ist ein Unternehmen also auf Foursquare unterwegs, sollte es genau prüfen bzw. von der Rechtsabteilung oder einem Anwalt prüfen lassen, ob man nicht eventuell an irgendeiner Stelle gegen deutsches Recht verstößt.

 

 


Unser Fazit: Noch fehlt die Reichweite

 

Location Based Services bieten enorme Potenziale. Sie müssen sich in Deutschland jedoch erst noch durchsetzen. Dabei könnten zusätzliche Entwicklungen, wie die Integration von Mobile Payment Lösungen, den LBS einen wertvollen Entwicklungsimpuls geben.

 

 

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