Noch viel zu lernen: eLearning-Anbieter und ihr E-Mail-Marketing

Erstaunliches Schweigen aus Klassenzimmer

Stellen Sie sich vor, Sie wollen einen Artikel über das E-Mail Marketing von eLearning-Portalen schreiben. Ihr vermutlich erster Schritt: Sie melden sich bei den einschlägigen Portalen an. Doch was ist das? Nur „Rosetta Stone“ bietet eine Newsletter-Anmeldung an. Puh, wenigstens Ihre Portalanmeldung führt zu etwas Bewegung in Ihrem Posteingang und voll freudiger Erwartung bestätigen sie auch sofort die eingegangenen Double-Opt-In-Mails.

Das beruhigt sie etwas, denn anscheinend sind zumindest die Basics vorhanden. Dann beginnen Sie, zu warten. Doch: Bis zur Deadline ihres Artikels passiert in Ihrem Posteingang nichts mehr. Keine der Mails, die Sie erwartet hätten, trifft ein. Kein Willkommen, keine Mail zur Erklärung Ihrer Mitgliedschaft oder wenigstens eine, die Ihnen eine zahlungspflichtige Premium-Mitgliedschaft schmackhaft machen soll.

 

 


Erstaunliches Schweigen aus Klassenzimmer

 

Gerade eLearning-Plattformen, also virtuelle Klassenzimmer, sind geradezu prädestiniert, ihre „Schüler“ über E-Mails bei der Stange zu halten. Schließlich liefert deren „Lebens-“ bzw. Lernzyklus den Anbietern zig Trigger frei Haus. eMarketer müssen sich also nicht stundenlang das Hirn zermartern und künstliche Trigger definieren. Nein, sie können die Schüler der Plattform begleiten.

Ähnlich wie bei einer Produktregistrierung, ist auch im Bereich eLearning der Startpunkt der E-Mail-Strecke zeitlich und inhaltlich gesetzt. Über die Registrierung auf der Plattform und die notwendigen Angaben zum aktuellen Wissensstand sowie dem angepeilten Lernziel sind zudem bereits die relevantesten Daten bekannt. Außerdem entscheidet ein Schüler bereits bei seiner Registrierung, ob er nur die kostenlosen Funktionen nutzt und macht sichtbar, ob er bereits früher einen anderen Kurs belegt hat. Cross- und Up-Selling ist also problemlos möglich und dies zum perfekten Zeitpunkt. Denn ohne weitere Daten zu benötigen, ist den Plattformen bekannt, wann ein Kurs für den einzelnen Teilnehmer endet, wann die kostenlose Testlaufzeit ausläuft oder ob bereits weitere Interessen angegeben wurden.

 

Das nahezu alle Plattformen auf einen regulären Newsletter oder Triggermails verzichten ist ein echter Verlust. Interessant nur, dass dennoch die AGB aller Plattformen auf die Möglichkeit hinweisen, sich jederzeit wieder vom nicht existenten Newsletter abmelden zu können – nur wo die Anmeldung erfolgte, war meist nicht nachvollziehbar. Sollte diese an die Anmeldung an die Plattformen geknüpft sein, wäre dies zwar aus Adressgenerierungssicht sinnvoll, rechtlich aber mehr als bedenklich und für einen Interessenten demnach nicht ohne Registrierung zugänglich.

 

Schließlich haben viele potenzielle Schüler erst einmal ganz allgemein Interesse an den Funktionen, Preismodellen und Angeboten der Plattform. Ein Newsletter oder noch besser eine Begrüßungsstrecke wären hier die adäquaten Mittel, um das Informationsloch zu füllen.


Das vorhandene Potenzial, Interessenten zu Kunden zu konvertieren, bleibt einfach ungenutzt – und das in einem Markt, der mittlerweile hart umkämpft ist. Den Interessenten den eigenen Dienst also per Mail schmackhaft zu machen und über den Weg der Newsletter-Anmeldung zumindest die E-Mail-Adresse und somit einen direkten Kontaktweg zu erhalten, ist nicht nur sinnvoll, sondern eigentlich der Königsweg für alle Online-Händler, Plattformen und Dienste.

 

Setzen. Sechs!

Negativ fällt auf, das E-Mail Marketing im eLearning-Umfeld nicht stattfindet: Es existiert keine Begrüßung, kein Newsletter und keine Triggermails. Und ob der „Schüler“ irgendwann einmal eine Transaktionsmail bezüglich seines Lernfortschritts oder Cross- und Up-Selling-Mails erhält, konnte bei der Recherche des Artikels nicht festgestellt werden. Der Autor hat zwar sein Vokabular im Spanischen weiter ausgebaut, erhielt aber in dieser Zeit bzw. nach der Double-Opt-In-Mail keine weiteren Mailings.

 

Klassenziel erreicht

Hervorgetan haben sich bei der Recherche www.busuu.com und vor allem www.babbel.com. Nach der Anmeldung auf der Plattform erhält der neue „Schüler“ nicht nur eine DOI, sondern auch gleiche eine Willkommensmail. Der kostenlose 7-Tage-Test des kostenpflichtigen Premium-Bereichs als Incentive und kleine Überraschung für den neuen Schüler, sowie die Vorstellung der wichtigsten Funktionen von busuu.com fielen besonders positiv auf. Auch die personalisierte Anrede in den Mailings entspricht den gängigen Standards. Getoppt werden könnte diese nur noch, wenn der Neu-Schüler auch direkt in der ausgewählten Lern-Sprache angesprochen wird.

Was im Anschluss bei www.babbel.com besonders begeistert, sind die wirklich gut durchdachten Triggermails: Als Schüler werde ich per Mail (automatisch) zum nächsten Lernschritt aufgefordert. Läuft der Testzugang aus, wird prompt die Up-Selling-Mail ausgelöst. Inklusive aller für die mögliche Freischaltung notwendigen Informationen. Auch schön, ist die Funktion der automatisierten Weiterempfehlung – in vielen Branchen ist der „Weiterempfehlen“-Button im Newsletter sicher eher Pixelverschwendung, im eLearning-Bereich scheint diese Funktion allerdings Ihre Berechtigung zu haben. Hier zählt die Empfehlung eines Freundes vielleicht noch mehr als bei anderen Produkten. Und mit Freunden und Bekannten einen Sprachkurs zu belegen ist sicherlich auch im virtuellen Klassenzimmer noch etwas reizvoller, als alleine Vokabeln zu pauken.

 

Quelle: Optivo
Quelle: Optivo

Nachhilfe dringend empfohlen


In einer perfekten Welt lernen eLearning-Plattformen von Ihren großen Brüdern aus dem eCommerce und nutzen das Potenzial von E-Mail Marketing vielfältig: zur Leadgenerierung, für Lifecycle-Kampagnen und zum Cross- und Up-Selling. Der perfekte eLearning-Newsletter wäre nicht nur hoch individualisiert. Er enthielte neben allgemeinen und vor allem nützlichen Informationen rund um die Funktionen, Preise und Kurse auch spezielle Angebote für den einzelnen Empfänger – je nach seinen Interessen, seinem Wissensstand und seiner „Conversion-Wahrscheinlichkeit“.

Doch vielleicht ist es gar nicht der Oldschool-Newsletter, über den sich die Branche tatsächlich den Kopf zerbrechen sollte – sondern das Thema Conversion von Interessenten zu (zahlenden) Kunden sowie die Themen Lifecycle und Cross- und Up-Selling. Alle notwendigen Daten für personalisierte und vor allem automatisierte Mails entlang des Lern-/Lebenszyklus der Kunden sind automatisch im System hinterlegt. Der Kanal E-Mail kann also geschickt genutzt werden, um sowohl Lerninhalte als auch werbliche Botschaften zu transportieren.

 

 

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